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Den Krieg stoppen - die Wahrheit aussprechen!
Unser Aufruf zur digitalen Demonstration gegen den Irak-Krieg.
Du kannst Dich ganz einfach an unserer Aktion beteiligen:
- kopiere diese Seite und stelle Sie anstatt Deiner Homepage ins
Netz
- teile uns kurz per EMail mit, unter welcher URL Du die Seite ins Netz
gestellt hast, wir veröffentlichen hier eine Liste mit
URLs die an der Aktion
teilnehmen
- erzähle möglichst vielen Leuten die Du kennst von dieser Aktion und
animiere sie zum mitmachen. Der digitale Protest kostet nicht viel Aufwand.
Spamme dabei nicht. Sprich' nur Menschen an, die Du kennst und die Dir die
Ansprache nicht übel nehmen.
- lasse die Seite bis zum Kriegsende bestehen. Wenn Du aus irgendwelchen
Gründen nicht so lange mitmachen kannst, dann mach so lange mit wie Du
kannst!
- falls Du eine fremde Sprache sprichst, übersetze diese Webseite, stelle
die Übersetzung online und sag' uns Bescheid.
Ein offener Brief von Robert Bowman an Präsident Bush
"Herr Präsident, Sie haben dem amerikanischen Volk nicht die
Wahrheit gesagt, warum wir die Zielscheibe des Terrorismus sind. Sie sagten, wir
seien die Zielscheibe, weil wir für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in
der Welt stehen. So ein Unsinn! Wir sind das Ziel der Terroristen, weil wir auf
der Welt für Diktatur, Sklaverei und menschliche Ausbeutung stehen. Wir sind die
Zielscheibe der Terroristen, weil man uns hasst. Und man hasst uns, weil unsere
Regierung verabscheuenswürdige Dinge getan hat.
In wie vielen Ländern
auf der Welt haben wir vom Volk gewählte Führer abgesetzt und sie durch
militärische Marionettendiktatoren ersetzt, die bereit waren, ihr eigenes Volk
an amerikanische multinationale Konzerne zu verkaufen?
Wir machten das
im Iran, als wir Mossadegh absetzten, weil er die Ölindustrie verstaatlichen
wollte. Wir ersetzten ihn durch den Schah, und wir bildeten seine verhasste
Savak-Nationalgarde aus, bewaffneten und bezahlten sie, so dass sie dann das
iranische Volk versklavte und schikanierte. All dies, um die finanziellen
Interessen unserer Ölgesellschaften zu sichern. Ist es da verwunderlich, dass es
Menschen im Iran gibt, die uns hassen?
Wir machten dasselbe in Chile,
als wir Allende absetzten, der vom Volk demokratisch gewählt worden war, um den
Sozialismus einzuführen. Wir ersetzten ihn durch General Pinochet, einen
brutalen, rechtsgerichteten Militärdiktator. Chile hat sich davon bis heute
nicht erholt.
Wir taten dies in Vietnam, als wir im Süden demokratische
Wahlen vereitelten, die das Land unter Ho Chi Minh vereinigt hätten. Wir
ersetzten ihn durch eine ganze Reihe ineffizienter Marionettengauner, die uns
aufforderten, in ihr Land zu kommen und ihr Volk abzuschlachten - was wir auch
taten. (Ich flog 101 Kampfeinsätze in diesem Krieg.)
Wir machten
dasselbe im Irak, wo wir eine Viertelmillion Zivilisten umbrachten in einem
misslungenen Versuch, Saddam Hussein zu stürzen, und wo wir seitdem mit unseren
Sanktionen noch eine weitere Million Menschen umgebracht haben. Ungefähr die
Hälfte dieser unschuldigen Opfer sind Kinder unter fünf Jahren gewesen. Und
natürlich, wie oft haben wir das in Nicaragua getan und in all den anderen
"Bananenrepubliken" Lateinamerikas? Immer wieder haben wir Volksführer gestürzt,
die wollten, dass der Reichtum des Bodens mit den Menschen geteilt wird, die ihn
bearbeiten.
Wir ersetzten sie durch mörderische Tyrannen, die ihr
eigenes Volk verraten und kontrollieren würden, damit der Reichtum des Landes
von Domino Sugar, der United Fruit Company, Folgers und Chiquita Banana
herausgeholt wird.
In einem Land nach dem anderen hat unsere Regierung
die Demokratie vereitelt, die Freiheit erstickt und die Menschenrechte mit
Füssen getreten. Das ist der Grund, warum wir überall auf der Welt verhasst
sind. Und das ist auch der Grund, warum wir Zielscheibe der Terroristen sind.
Die Menschen in Kanada geniessen mehr Demokratie, mehr Freiheit und mehr
Menschenrechte als wir. Und genauso tun es die Menschen in Schweden und in
Norwegen. Oder haben Sie schon einmal davon gehört, dass eine kanadische
Botschaft bombardiert wurde? Oder eine norwegische Botschaft? Oder eine
schwedische? Nein.
Wir werden nicht deshalb gehasst, weil wir
Demokratie, Freiheit und Menschenrechte anwenden. Wir werden gehasst, weil
unsere Regierung diese Dinge den Menschen in Ländern der dritten Welt
vorenthält, deren Bodenschätze von unseren multinationalen Konzerne begehrt
werden. Und der von uns gesäte Hass fällt nun auf uns zurück und verfolgt uns in
Form des Terrorismus - und zukünftig auch in Form des nuklearen Terrorismus.
Anstatt unsere Söhne und Töchter überallhin zu schicken, um Araber
umzubringen, damit die Ölgesellschaften das Öl verkaufen können, müssten wir sie
eigentlich dorthin schicken, um die Infrastruktur aufzubauen, sauberes Wasser
zur Verfügung zu stellen und hungernde Kinder zu ernähren.
Anstatt
danach zu streben, der Herrscher über die Welt zu sein, müssten wir ein
verantwortungsbewusstes Mitglied der Familie der Nationen werden. Anstatt
Hunderttausende von Soldaten auf dem ganzen Erdball zu stationieren, damit sie
die finanziellen Interessen unserer multinationalen Konzerne beschützen, müssten
wir sie nach Hause bringen und unser Friedenskorps ausbauen.
Anstatt
Terroristen- und Todesschwadronen auf Folter- und Mordtechniken zu trainieren,
müssten wir die School of the Americas schliessen (egal, welchen Namen sie
benutzen). Anstatt Militärdiktaturen zu unterstützen, müssten wir echte
Demokratien unterstützen - das Recht der Völker, ihre eigenen Führer zu wählen.
Anstatt Aufstände, Destabilisierung, Mord und Terror überall auf der Welt zu
unterstützen, müssten wir die CIA abschaffen und das Geld Hilfsorganisationen
zukommen lassen. Kurz gesagt, vollbringen wir wieder Gutes anstatt Böses. Wir
werden wieder zu guten Menschen. Dann würde auch die Bedrohung durch den Terror
verschwinden. Das ist die Wahrheit, Herr Präsident. Das ist es, was das
amerikanische Volk hören müsste. Wir sind gute Menschen. Man muss uns nur die
Wahrheit erzählen und uns eine Vision geben. Sie können das tun, Herr Präsident.
Stoppen Sie das Töten. Stoppen Sie das Rechtfertigen des Tötens. Stoppen Sie die
Vergeltungsschläge. Stellen Sie die Menschen an die erste Stelle. Sagen Sie
ihnen die Wahrheit.
Es ist überflüssig zu sagen, "er hat nicht ... ",
und George W. Bush hat es auch nicht getan. Die Samen, die unsere politischen
Strategien gesät haben, haben bittere Früchte hervorgebracht. Das World Trade
Center ist nicht mehr da. Das Pentagon ist beschädigt. Und Tausende von
Amerikanern sind tot. Fast jeder Journalist schreit nach einem massiven
militärischen Vergeltungsschlag gegen jeden, der die Tat begangen haben könnte
(es wird angenommen Osama bin Laden) und gegen jeden, der den Terroristen
(besonders den Anhängern der Taliban-Regierung von Afghanistan) Unterschlupf
gewährt oder ihnen hilft. Steve Dunleavy von der "New York Post" schreit: "Tötet
die Mistkerle! Bildet Mörder aus, stellt Söldner an, stellt ein paar Millionen
Dollar zur Verfügung für Kopfgeldjäger, um sie tot oder lebend zu bekommen, am
besten tot. Was die Städte oder die Länder angeht, die diese Würmer bei sich
aufnehmen - walzt sie einfach platt." Es ist verlockend, dem zuzustimmen. Ich
hege keine Sympathie für die Psychopathen, die Tausende unserer Leute getötet
haben. Solche Taten können nicht entschuldigt werden. Wenn man mich zum
Aktivdienst zurückrufen würde, würde ich hingehen, ohne zu zögern. Gleichzeitig
sagt mir aber all meine militärische Erfahrung und mein Wissen, dass in der
Vergangenheit Vergeltungsschläge die Probleme nicht gelöst haben, und sie werden
es auch diesmal nicht lösen.
Der bei weitem beste Antiterror-Apparat ist
der von Israel. Aus militärischer Sicht ist er unglaublich erfolgreich. Trotzdem
leidet Israel unter mehr Anschlägen als alle anderen Nationen zusammengenommen.
Wenn Gegenschläge funktionieren würden, wären die Israeli das sicherste Volk auf
der Welt.
Terroranschläge konnten jeweils nur auf eine Weise beendet
werden: man muss die Unterstützung der Terrororganisationen durch die grössere
Gemeinschaft, die sie repräsentieren, unterbinden. Und der einzige gangbare Weg
ist, dass man sich die berechtigten Klagen der Menschen anhört und versucht,
ihre Beschwerden zu lindern. Wenn tatsächlich Osama bin Laden hinter den vier
Flugzeugentführungen und dem anschliessenden Gemetzel steckt, bedeutet das, dass
man die Sorgen der Araber und der Muslime im allgemeinen ansprechen muss, und
die der Palästinenser im besonderen. Es bedeutet nicht, dass man Israel aufgibt.
Es könnte aber sehr wohl bedeuten, dass man ihnen die finanzielle und
militärische Unterstützung entzieht, bis sie mit der Besiedlung der besetzten
Gebiete aufhören und zu den Grenzen von 1967 zurückkehren. Es könnte auch
bedeuten, dass man zulässt, dass die arabischen Länder ihre politischen Führer
selbst wählen, und nicht von handverlesenen, von der CIA eingesetzten Diktatoren
regiert werden, die willfährig mit westlichen Ölgesellschaften kooperieren.
Chester Gillings hat es sehr treffend gesagt: "Wie schlagen wir gegen
bin Laden zurück? Als erstes müssen wir uns fragen, was wir zu erreichen hoffen:
Sicherheit oder Rache? Diese beiden schliessen sich gegenseitig aus: Wenn wir
Rache nehmen, werden wir ganz bestimmt unsere Sicherheit verringern. Wenn wir
nach Sicherheit streben, dann müssen wir beginnen, auch die schwierigen Fragen
zu beantworten: Welche Beschwerden bringen die Palästinenser und die arabische
Welt gegen die Vereinigten Staaten vor, und worin besteht unsere wirkliche
Schuld an diesem Unrecht? Da, wo wir berechtigte Schuld tragen, müssen wir auch
bereit sein, die Missstände soweit wie möglich zu beheben. Da, wo wir keine
Schuld oder Heilung sehen, müssen wir unsere Standpunkte den Arabern ehrlich und
aufrichtig mitteilen. Kurz gesagt, ist unsere beste Vorgehensweise, uns aus den
Disputen der Region zurückzuziehen und nicht mitzukämpfen."
bin Laden
jetzt zu töten, würde aus ihm einen ewigen Märtyrer machen. Tausende würden sich
erheben, um seinen Platz einzunehmen. Wir würden es in einem anderen Jahr mit
weiteren Terroranschlägen zu tun bekommen, und wahrscheinlich mit viel
schlimmeren als dem 11. September. Es gibt aber noch einen anderen Weg.
Kurzfristig müssen wir uns vor denjenigen schützen, die uns bereits hassen. Das
bedeutet verstärkte Sicherheitsmassnahmen und bessere Nachrichtendienste. Im
März schlug ich Kongressmitgliedern vor, dass wir jegliche Mittel für "Star
Wars" verweigern sollten, bis die Regierung und die Verwaltung zeigen könne,
dass sie alle möglichen Nachforschungen anstellen, um Massenvernichtungswaffen,
die heimlich in unser Land gebracht werden (eine wesentlich grössere Bedrohung
als Interkontinentalraketen), aufzuspüren und abzufangen. Es können viele
Schritte unternommen werden, um unsere Sicherheit zu erhöhen, ohne dabei die
Bürgerrechte einzuschränken.
Längerfristig müssen wir jedoch unsere
Politik ändern, um zu verhindern, dass wir Furcht und Hass hervorrufen, die neue
Terroristen hervorbringen. Wenn wir vom ausländischen Öl unabhängig werden -
durch Aufbewahrung, durch einen effizienten Umgang mit Energie, durch
Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen und indem wir zu einem
umweltverträglichen Transport übergehen -, werden wir in der Lage sein, eine
vernünftigere Nahostpolitik zu betreiben.
Die grosse Mehrheit der Araber
und Muslime sind gute, friedfertige Menschen. Aber eine genügend grosse Zahl von
ihnen haben sich, aus Verzweiflung, Wut und Angst, zuerst Arafat zugewendet und
sich jetzt bin Laden angeschlossen, um ihr Elend zu lindern. Herr Präsident,
beseitigen Sie die Verzweiflung, geben Sie ihnen etwas Hoffnung, und die
Unterstützung für den Terrorismus wird sich in Luft auflösen. Wenn dieser Punkt
erreicht ist, wird sich bin Laden dazu gezwungen sehen, den Terrorismus
aufzugeben - so wie es auch Arafat getan hat - , oder er wird wie ein
gewöhnlicher Krimineller behandelt werden. In beiden Fällen werden er und sein
Geld keine Bedrohung mehr darstellen. Wir können Sicherheit haben ... oder
Rache. Beides können wir nicht haben.
Wir sollten gut sein anstatt
schlecht. Und wenn wir es wären, wer könnte dann gegen uns sein? Wer würde uns
hassen? Wer wollte uns bombardieren?
Das ist die Wahrheit, Herr
Präsident. Das ist es, was das nordamerikanische Volk hören sollte. "
Dr. Robert Bowman leitete alle "Star Wars"-Programme unter Präsident
Ford und Präsident Carter. Er flog 101 Kampfeinsätze in Vietnam. Er schrieb
seine Doktorarbeit in Aeronautik und Nukleartechnologie bei Caltech. Er ist
Präsident des Instituts für Weltraum- und Sicherheitsstudien und Vorsitzender
Erzbischof der Vereinigten Katholischen Kirche.